Sonntag, 20. September 2009

Präsident Ahmadinedschad: Die Holocaust-Blackbox sollte geöffnet werden

Was hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 18.09.09 zum Holocaust und seinen Folgen gesagt?

Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte am Freitag in Teheran, dass die Holocaust-Blackbox geöffnet werden sollte. In einer Rede, die er vor der Predigt zum Freitagsgebet in Teheran gehalten hat, sagte Präsident Ahmadinedschad: "Seit vier Jahren fragen wir, warum das zionistische Regime und seine westlichen Verbündeten, die behaupten, der Holocaust habe so stattgefunden, wie sie ihn darstellen, keine Nachforschungen darüber erlauben?"

Nach einer Meldung der IRNA (der Iranischen Nachrichtenagentur) sagte Präsident Ahmadinedschad, über alles könne nachgeforscht werden, nur beim Holocaust fehle der Schlüssel zu den in einer Blackbox versiegelten Tatsachen.

Er wird, wie folgt, zitiert: "Wenn das Ereignis so wichtig ist, dass man dafür ein Land besetzt und Krieg führt, der Millionen Menschen getötet, verletzt und heimatlos gemacht hat, der Tausende von Familien zerstört und den Schatten der Unsicherheit über den Nahen Osten geworfen hat, warum wird die Blackbox dann nicht decodiert, damit die Tatsachen und Realitäten für alle erkennbar werden?"

Er erklärte, dass Palästina immer noch das wichtigste Problem der islamischen Welt sei (und fuhr fort): "Wir glauben, dass die Kriege, die im Irak und und in Afghanistan geführt werden, von den Zionisten provoziert wurden. Auch der Sudan wird unterdrückt, weil die Zionisten das wünschen. Zionisten stecken hinter allen Komplotten, die von der Arroganz (des Westens) und dem Kolonialismus eingefädelt werden. Die Zionisten erlauben nicht, dass der Hauptgrund, mit dem man die Besetzung Palästinas entschuldigt, untersucht und überprüft wird."

Er fügte hinzu: "Der Vorwand für die Errichtung des zionistischen Regimes ist eine Lüge; eine Lüge, die sich auf eine unbewiesenen Behauptung, auf eine erfundene Behauptung stützt, und die Besetzung Palästinas hat nichts mit dem Holocaust zu tun."

Der iranische Regierungschef betonte, die iranische Nation sei entschlossen, die Errungenschaften der von dem verstorbenen Ayatollah Chomeini eingeleiteten Iranischen Revolution zu verteidigen.

Er fuhr fort, die iranische Nation werde niemals die Fahne ihrer Würde, ihres Stolzes und ihrer Freiheitsliebe streichen.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, der Internationale Jerusalemtag stehe für die Einheit der iranischen Nation und der Welt der Muslime.

Der Internationale Jerusalemtag sei der Tag der Einheit der menschlichen Gemeinschaft gegen die korrupten und tyrannischen Mächte.

(Da uns der Text der kompletten Rede nicht zur Verfügung stand, konnten wir nur die Meldung übersetzen, die auch das Präsidialamt des Irans verbreitet. Wir haben drei Anmerkungen in Klammern hinzugefügt. Nach dem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)
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Unser Kommentar

Der Internationale Jerusalemtag, benannt nach Al-Quds, dem arabischen Namen für Jerusalem, ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag. Er geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 zurück. Damit soll am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan auf die "internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des muslimischen palästinensischen Volkes" hingewiesen werden. (s. dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag )

Die grundsätzlichen Zweifel, die der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, nun schon zum wiederholten Male an dem von Deutschen geplanten und begangenen Völkermord an den Juden geäußert hat, ließen sich sicher beheben, wenn ihm die Deutsche Botschaft im Iran Dokumente über die Wannseekonferenz zur "Endlösung der Judenfrage" (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Wannseekonferenz ), Zahlenangaben über die Anzahl der allein aus deutschen Städten verschleppten jüdischen Familien und Todeslisten von Massenerschießungen und Tötungen in Konzentrationslagern vorlegen würde.

Dass Hinweise auf die missbräuchliche Ausnutzung des Holocaust für andere Zwecke wütende Kritik hervorrufen, hat schon der jüdische US-Dozent Norman G. Finkelstein beim Erscheinen seines Buches "Die Holocaust-Industrie" (verlegt in Müchen bei Piper, 2001) erfahren müssen. (Eine empfehlenswerte Rezession zu diesem Buch und seinen Wirkungen ist zu finden unter http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2001_02/finkel2.html .)

Leider hat Präsident Ahmadinedschad seine unberechtigten Zweifel an dem an Menschen jüdischen Glaubens begangenen Völkermord mit seiner berechtigten Kritik an der schändlichen Behandlung des palästinensischen Volkes durch israelische Regierungen verknüpft. Das Unrecht und das unsägliche Leid, das den Palästinensern seit der Gründung Israels durch bis heute andauernde Vertreibungen, fortgesetzten Landraub und ein unmenschliches israelisches Besatzungsregime zugefügt wird, kann nicht durch das Unrecht und Leid gerechtfertigt oder entschuldigt werden, das Deutsche europäischen Juden angetan haben. Wer Ahmadinedschads Holocaust-Zweifel zum Vorwand nimmt, um seine berechtige Forderung nach einer gerechten Lösung des Palästinenser- Problems vom Tisch zu wischen, drückt sich nur vor der Verantwortung, etwas zur Heilung dieser schwärenden Wunde beizutragen, die alle Muslime quält.

Die übliche Masche der westlichen Mainstream-Medien, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad einzudreschen, jede Demonstration gegen seine Regierung hochzujubeln und ihn mit Halbwahrheiten zu verleumden, trägt vor einem drohenden israelischen Luftüberfall auf den Iran genau so wenig zur Entspannung bei, wie das stillschweigende Abnicken aller illegalen israelischen Aktionen durch die Regierungen der USA und ihrer NATO-Verbündeten. Dabei hat gerade die deutsche Regierung, wegen des Unrechtes und des Leides, das von unserem Land ausgegangen ist, die besondere Verpflichtung, gegen jedes Leid und Unrecht Einspruch zu erheben, das einem anderen Volk zugefügt wird, auch dann, wenn dieses Leid und Unrecht von Israel ausgeht.


Friedenspolitische Mitteilungen aus der
US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein
LP 202/09 – 20.09.09

Quelle: luftpost-kl.de


Nachtrag von Gegenmeinung:
Zu Ursachen und Hintergründe der ständigen Kriege im ressourcenreichen Mittleren-, sowie Nahen Osten und Zentralasien siehe auch:

Gegenmeinung: Der 11. September 2001 und der Angriffskrieg der USA im Verbund mit den NATO-Staaten

Gegenmeinung: Der Iran - seine Einordnung in die internationale Weltlage bzw. seine Bedeutung in der Zeit der Weltfinanzkrise

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