Freitag, 23. März 2012

Das Imperium lässt sich nicht in seine Mördersuppe spucken

Mowitz
Während ehemalige Nachrichtenmagazine des Abendlandes krampfhaft am Bild eines einzelnen, amoklaufenden Paranoikers festhalten der die Massenmorde in Afghanistan beging, ist das afghanische Parlament in einer zügigen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Mördergang von  20 US-Soldaten handelte die 17 schlafende afghanische Frauen, Kinder und Männer ermordeten. Dabei wurden auch noch mindestens zwei Frauen vergewaltigt, bevor sie von ihren uniformierten Gangstern und Peinigern erschossen wurden.

Die Herren der Welt verbreiten seit einem Jahrzehnt, zusammen mit ihren Vasallen, kollektiven Terror und Kriegsverbrechen in Afghanistan, worunter vor allen Dingen die Zivilbevölkerung zu leiden hat und nun will man sich mit einem krankhaften Einzeltäter ebenso krankhaft herausreden. Dem 38jährigen Stabsunteroffizier Robert Bales, der für die letzten Morde verantwortlich sein soll. Die afghanische Regierung hatte frühzeitig um eine eigene Befragung Bales bei den US-amerikanischen Besatzern nachgesucht, die sich aber dem Verlangen dadurch entzogen, dass sie Bales schnell und zügig aus Afghanistan aus- und in die Staaten einflogen. [1] Ein Imperium kooperiert nicht mit unterworfenen Kolonien, es herrscht über sie. Das sich das Imperium auf die Mär eines psychisch kranken, also von der Normalität abweichenden Einzeltäters festlegte, passt anscheinend besser in das verquere Weltbild des Vorreiters im kapitalistischen Weltreich, da es dazu neigt, über systemische Verwerfungen seiner Ideologie nicht öffentlich zu diskutieren.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Es ist kein Zufall, dass die sich selbst als "freie und offene Gesellschaft" sehenden Yankees die meisten Gefangenen weltweit, oder 760 Gefangene pro 100.000 Einwohner produzieren. Selbst das dämonisierte Nordkorea kerkert nicht ansatzweise so viele Bürger des eigenen Landes ein wie die führende westlich-kapitalistische  Dämonkratie. Offiziell lehnten die imperialen Besatzungstruppen den einstimmig vom afghanischen Parlament gefassten Beschluss Bales vor ein afghanisches Gericht zu stellen mit der fadenscheinigen Begründung ab, daß die US-Truppen in Afghanistan keine Einrichtungen hätten, um straffällig gewordene Soldaten zu inhaftieren. 90.000 Besatzungssoldaten aus einer hochkriminellen Gesellschaft in fremdem Lande und keine Haftunterkünfte für die sich mit Sicherheit darunter befindlichen Kriminellen? Wo man schon in der Zivilgesellschaft auf verurteilte 760 Gefangene pro 100.000 Einwohner kommt? Wieviel würden es normalerweise bei einer Konzentration von 90.000 Berufskillern sein?

Der wirkliche Grund für den Transport Bales nach Fort Leavenworth, Kansas, dürfte in dem Umstand zu finden sein, dass dank der Gnade frühspäter US-amerikanischer Geburt, nur US-amerikanische Gerichtsbarkeit die Autorität hat "Recht" über einen G.I. zu sprechen.

Rachel Cornwell und Andrew Wells, zwei Autoritäten zum Thema SOFA [Abkommen über den Status der Militärstreitkräfte] kommen zu dem Schluss: "Die meisten SOFA’s sind so abgefasst, dass die nationalen Gerichte über amerikanische Militärangehörige, wenn sie Verbrechen an der Bevölkerung begangen haben, nicht urteilen können, es sei denn, die US-Militärbehörden übergeben in bestimmten Fällen die Rechtsprechung an das Gastland". [2]

Verbrechen dieser Art durch US-Soldaten kommen häufiger vor als die Öffentlichkeit erfährt und wird auch nicht immer gesühnt. Ich empfehle das unten angeführte Vido Morde in Afghanistan: Das "Kill Team" der US-Armee bei Spiegel Magazin TV. [3] Der Spiegel ist nicht dafür bekannt besonders US-kritisch zu sein. Dennoch zeigt dieser Bericht, vielleicht ungewollt, was aus jungen Burschen wird, die für die Interessen der Wall Street in die Schlacht geschickt werden. Selbst werden sie dann, wenn sie noch lebend wieder nach Hause kommen, als Dank der Wall Street, unter finanziell schlechten Umständen dahinvegetieren. Nützliche Idioten halt. Lasst die Wall Streets dieser Welt ihre eigenen Kriege selber führen.

FH

Fußnoten

[1]Kollektives Massaker...
[2](Fremde) Militärstützpunkte in Deutschland...
[3]Morde in Afghanistan: Das "Kill Team" der US-Armee...Video 21:11 min

1 Kommentar:

  1. Mir schien die offizielle Darstellung der Geschehnisse durch die US-Army von Anfang an suspekt. Ich halte es technisch für nicht durchführbar, dass ein einzelner Mann nacheinander 16 Personen sozusagen im Schlaf umbringen könnte. Die Menschen wären größtenteils sicher problemlos geflüchtet? Wenn es aber eine Gruppe von US-Soldaten war, dann war die Tat zwar technisch realisierbar, hätte aber den Zerfall der Disziplin der US-Army durch eine Verschwörung von betrunkenen(?) Soldaten oder gar einen Tatauftrag durch die militärische Kommandostruktur dokumentiert. Da ist den Amis der Betrunkene mit "Filmriss", der Einzeltäter mit Eheproblemen, dessen Nerven zum Opfer seiner verdienstvollen Einsätze fürs Vaterland geworden sind, viel lieber. Die Nervengeschichte macht den Good-American-Guy fast selbst schon zum Opfer und schafft beinahe eine Umkehr von Täter und Opfer, nach dem Motto: "Die Afghanen sind selber schuld!"

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