Montag, 16. April 2012

Jauch - sein Name ist Programm

Mowitz
Man traf sich gestern abend wieder zum Grass-Bashing bei Jauche. Selbstdarsteller vom Feinsten. Sogar ein richtiger Schauspieler war dabei. In der Sache hatte er nichts zu sagen, seine Rolle war die eines schweigsamen Vorzeige-Opfers. Die spielte er eher schlecht als recht. Ungefähr so überzeugend wie er die Rolle des eitlen Vice-Questore Patta im Tatort Donna Leon gestaltet. Dass der Nationalsozialismus Millionen Menschen auf dem Gewissen hat, muss man uns nicht länger beibringen. Das wissen wir und darum ging es auch gar nicht in Grass' Gedicht. Es sollte eigentlich darum gehen, und genau das war das Anliegen von Günter Grass mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss", die aggressive Kriegspolitik Israels gegen den Iran und seiner völkerrechtswidrigen Besatzungs- und Siedlungspolitik im Westjordanland und Ost-Jerusalem zu diskutieren.

Israel, (weiß), Resultat: Annexionspolitik, 1946 - 2000
Es steht wohl außer Frage, dass ohne die aktive, wirtschaftliche und militärische Unterstützung der USA und des gesamten Westens für Israel, diese kriminelle Annexions- und Apartheidpolitik gegen Palästina und Palästinenser nicht möglich wäre. Allem Niebel-Geschwätz und Betörungen, Grass verdrehe Ursache und Wirkung und Israel sei die einzige "Demokratie" in der Region, zum Trotz. Weiter als so führte er sein Stammtischgeschwätz in der öffentlichen Bedürfnisanstalt nicht aus. Musste er auch nicht. Von dieser Art der Volksverdummung lebt Politik und der sogenannte Journalismus in einträchtiger Symbiose zusammen. Ohne ernsthafte und kritische Nachfragen durfte er sich dann auch in Verständnis für das israelische Einreiseverbot für Grass üben und die Standardlüge über Ahmadinedschad der Iran wolle Israel vernichten weiter undwidersprochen wiederholen. Dass es für die Palästinenser keinen Unterschied macht, ob sie von einer isralischen "Dämonkratie" oder irgendeiner anderen x-beliebigen Kapitaldiktatur aus ihrer Heimat vertrieben werden, übersteigt wohl die Vorstellungskraft eines ehemaligen Arbeitsvermittlers. Die Palästinenser sind heute Opfer. Nicht Israel, das innerhalb seiner Staatsgrenzen seine Bürger sehr unterschiedlich behandelt. Je nachdem ob sie Juden oder Nichtjuden sind. Ganz nach dem Apartheid-Vorbild Süd-Afrikas.
Bereits 2008 hat das ZDF, so wie viele andere Mainstream-Medien, eingestehen müssen: Mahmud Ahmadinedschad hat 2005 nicht (übrigens auch nie vorher oder später) gedroht, Israel zu vernichten, siehe den Brief des Intendanten unter Beim zweiten Hingucken sieht man besser.
Aber wen intressierte das schon gestern in der Runde geistig Verw(a)ister? "Hauptsache ich hab's noch schnell dem Publikum zum Fraß vorgeworfen, bevor die Lichter im Studio ausgingen.

Michael Wolffsohn ließ sich in dieser Zelebritäten-Runde nicht lange bitten und übernahm forsch die Führung beim Verbreiten israelischer Allerweltsfloskeln und wird folgendermaßen auf Jauchens Seite zitiert:
"Grass macht in dem Gedicht die Opfer zu Tätern, und auch sonst steht so ziemlich jedes antisemitische Klischee darin, das man aus der rechtsextremen Ecke kennt. "
Lange nichts gehört vom deutsch-israelischen Bundeswehrprofessor, seit seinem Räsonnement über die Vorzüge der Folter 2004:
"Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter oder die Androhung von Folter für legitim. Jawohl."
Keck der Mann. Folter, mal eben so. Auch für Staatsterroristen? Nur, verstanden hat der Professor nichts. Wohl weil er es nicht will.
Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die einseitige rechtliche Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit. Die Annexion geht über die Okkupation (Besetzung) hinaus, da auf dem (ehemals) fremden Territorium die eigene Gebietshoheit de facto ausgeübt wird und das Gebiet de jure dem eigenen Staatsgebiet oder Kolonialreich einverleibt wird. Die Okkupation geht der Annexion meistens voraus. Wiki

FH

Solidaritätsgrüße an Günter Grass

Bitte an folgende E-mail-Adresse (sein Sekretariat leitet sie weiter):

hohsoling@steidl.de

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